2. Februar 2017

Donnerstag, der 02. Februar 2017. Und man sah keine Veränderungen.

Dieser Tag brachte viele kleine Feinarbeiten. Das Einstellen erfordert meist nur eine Person, eine zweite könnte nicht viel helfen. Daher ist Herr Kunkel schon wieder zurück in der Werkstatt und Herr Dieterle macht die Orgel fertig zur Intonation.
Die Koppeln wurden eingestellt (sie bewirken, dass man mit einer Taste bzw. einem Pedal Pfeifen aus verschiedenen Registern gleichzeitig spielen kann).
Die Sockelleisten wurden geölt, was auch noch eines 2. Durchgangs bedarf. Viele der Teile wurden geprüft, etwas anders eingestellt, wieder geprüft, eventuell noch mal eingestellt und wieder geprüft.

Das alles ließ sich schwer dokumentieren und so gab es heute wenig Bilder.

Herr Dieterle ließ seine Finger über die Tasten fliegen, schlug einzelne Töne immer wieder im schnellen staccato an. Dann eine klitzekleine Änderung an der Spieltraktur und wieder dieses schnelle staccato.
Auf die Frage, was er denn jetzt genau mache, kam erst nur: "Ein Heuler"

Bei wem sich jetzt in Gedanken das Bild eines jungen Seehundes aufbaut, dem geht es wie dem Berichterstatter. Aber schnell klärte Herr Dieterle den Sachverhalt auf: Ein Heuler ist in der Orgelbauersprache eine leicht klemmende oder noch nicht genau eingestellte Spieltraktur. Das bewirkt, dass das Ventil an der Pfeife nicht vollständig schließt. Der daraus resultierende Luftstrom bewirkt also einen "klemmenden" Ton, der sich nicht wieder abschalten läßt.

Also wieder Einstellarbeiten und dann war das Problem behoben. Herr Dieterle erklärte, dass die Orgel in vielen Teilen ja nagelneu ist und sich alles erst mal einspielen muß. So müssen sich z.B. der Filz und das Leder der Ventile aufeinander einstellen. Somit werden sich die Einstellarbeiten noch länger hinziehen.

Es gab aber schließlich doch etwas, was sofort auffiel. Die ganze Orgel war mit Folie abgedeckt. Das ist Restarbeiten der Kirchenrenovierung geschuldet, denn auf der Decke des Kirchenraums wurde eine atmungsaktive Dämmschicht aufgebracht. Der Planungsausschuss für die Renovierung erhofft sich davon eine Reduzierung der kalt von oben fallenden Luft. Und weil dabei doch immer mal etwas durch die Ritzen der Verbretterung rieseln konnte, hat man lieber vorher mit einer schützenden Folie abgedeckt.

Resümee dieses Tages: Wirklich viele Fortschritte!

 

Aufbau der Orgel: 8.Tag

Die Orgel gibt schon viele Töne von sich, manche werden aber noch hand mundgemacht.

Aufbau der Orgel: 8.Tag

Die rechten Registerzüge

Aufbau der Orgel: 8.Tag

Die Orgel ist abgedeckt. Pfeifen werden meist nur mit Stoffhandschuhen angefasst.

Aufbau der Orgel: 8.Tag

Hier liegen die nächsten Pfeifen zum Einbau bereit.

Aufbau der Orgel: 8.Tag

Ein Ausflug nach oben. Links sieht man die schon verlegte Dämmschicht.

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